Haaalloo… Wo bist du..? Halloo! Sinn des Lebens..!
Ich weiss nicht, was, wie, wieso. Die ganze Scheisse ist viel zu kompliziert. Woher soll ich bitteschön wissen was ich machen soll? Wer sagt es mir? Ich mir selbst sicher nicht. Egal was ich tue, ich bin nicht langfristig zufrieden. Egal ob ich mir nun ständig gesellschaftskritische Gedanken mache und Max Havelar-Kaffee dazu schlürfe oder ob ich mich mit irgendwelchen Leuten betrinke und Blödsinn von mir gebe oder ob ich’s einfach chille und mir nicht allzu viele Gedanken mache und einfach vor mich hin lebe, von allem ein bisschen habe… Es macht nicht zufrieden.
Ist ja auch logisch. Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Man wird nie Zufriedenheit finden, wenn man sie in der materiellen Welt sucht. Auch nicht in der Liebe oder der Freundschaft, ich keinem von allen weltlichen Dingen, auch wenn die Motive auch noch so edel sind. Man ist vielleicht fünf Tage lang unglaublich glücklich weil man ununterbrochen mit dem Menschen den man liebt zusammen ist. Oder man ist stolz auf sich und hat das Gefühl etwas für die Welt getan zu haben weil man auf einer Demo gegen die Abholzung des Regenwalds war, oder man freut sich riesig über die neue orange überbreite Stoffhose mit den kleinen Glöckchen daran oder durfte mal einfach nichts fühlen weil man sich vollaufen gelassen hat. Aber auf alles Schöne und Gute folgt etwas Unangenehmes, irgendwelche Schmerzen; es ist ein ständiges auf und ab, und diese wirkliche tiefe richtige Zufriedenheit ganz tief im Herzen hat man nie.
Aber wo bitteschön soll man dann suchen? Ich kann nicht an einen christlichen Gott glauben, denn ich weiss, dass das eine eingeschränkte Sicht ist, die ich nicht voll und ganz akzeptiere. Eigentlich könnte man sich in jeder Religion finden, und es ist auch gut, sich in der Religion zu finden, die der eigenen Kultur entspricht, was dann also das Christentum wäre. Es ist unwichtig wie der Gott und wie der Prophet heisst, die Grundsätze sind überall gleich. Und wie man es dann lebt muss jeder selbst wissen.
Aber das geht nicht. Ich kann nicht glauben. Gut, das müsste ich auch nicht, ich weiss nicht…
Es geht einfach nicht, sich von der Welt lösen, wenn man in der Welt lebt. Wie soll ich die Mitte von allem finden? Wie soll ich jeden Menschen lieben? Wie soll ich nicht urteilen, nicht richten, mich weiterentwickeln… Immer das Gegenteil von dem tun was ich eigentlich tun wollte weil sowieso alles falsch ist was man tut…
Ist es schlussendlich nicht scheissegal? Ist es nicht scheissegal, wenn wir den ganzen Regenwald abholzen und die Umwelt verschmutzen und das Klima bis ins unerträgliche verändern… Schlussendlich gewinnt sowieso die Natur, wenn wir die Welt zerstören, zerstören wir uns ebenso; mit dem kleinen Unterschied, dass die Natur von dem Schlag erholen wird, die Menschheit stirbt vielleicht aus und ist dann weg. Wär doch irgendwie viel besser, dann muss sich keiner mehr so viele Gedanken machen.
Wer sind wir eigentlich, dass wir uns anmassen zu glauben, dass wir irgendetwas wert sind? Im Geographieunterricht wird doch stets das Beispiel mit dem Buch gebracht: Wenn die Geschichte des Planeten Erde zusammengefasst würde auf ein Buch mit tausen Seiten, wäre die Ära der Menschen der letzte Satz auf der letzten Seite des ganzen Buches. Also gar nichts. Was massen wir uns also an zu glauben, dass wir hier irgendetwas besonderes zu tun oder zu bewirken hätten?
Auf eine Art darf ich mich sehr glücklich schätzen. Ich kann mir aus fast allen Relgionen und Glaubensweisheiten und Ansichten die auswählen die mir am besten gefällt. Ich könnte Christin sein, ich könnte Hindu sein, ich könnte Atheistin sein, Hedonistin, Nihilistin, alles egal; ich würde mit all diesen Einstellungen zurecht kommen und mich in sie hineindenken und -leben können. Und doch wieder auch nicht. Weil ich eben weiss, dass ich mir bloss eine ausgesucht hätte; vielleicht die Bequemste, vielleicht die Interessanteste, vielleicht die Extremste, ganz egal, aber ich würde sie niemals aus Überzeugung leben, denn ich wüsste genau, dass alles andere auf seine Art auch stimmt. Und dass ich es mit keiner von diesen Varianten schaffen kann, wirklich richtig und für immer zufrieden zu werden. Ich kann mit Keiner das perfekte Grau aus dem Schwarz und Weiss des Lebens mischen. Es geht nicht. Und ich muss einfach leiden. Und dann geniessen und dann wieder leiden. Und damit werde ich mich nie abfinden können.
About this entry
You’re currently reading “Haaalloo… Wo bist du..? Halloo! Sinn des Lebens..!,” an entry on skurril
- Published:
- 5. September 2008 / 18:45
- Category:
- Gedanken schweifen, Gefühl, konfusiert
- Tags:
- demoralisiert, Leben, Religion, scheisse, Yin & Yang

No comments yet
Jump to comment form | comments rss [?] | trackback uri [?]