Ich bin einfach nur glücklich. Unglaublich, aber wahr! Ich bin zufrieden, fühle mich gut, alles ist okay und toll.
Es waren schon nur kleine Dinge, über die ich mich heute unglaublich gefreut habe. So habe ich mich zum Beispiel einige Kleider gefärbt. Meine beiden Sommerkleider im ungeliebten Blau sind nun grün, wundervoll. Und einige weisse Hosen und Shirts sind hellgrün, der Ton ist zwar nicht ganz so wie ich ihn mir erhofft hätte, aber besser als weiss. Hat sich also gelohnt.
Ausserdem haben wir heute Muffins gebacken. Sie sahen zwar erst unglaublich hässlich aus wegen der blauen Beeren, die den Teig unschön grau gefärbt haben, aber nach dem Backen sahen sie dann doch ganz akzeptabel aus. Sie sind aber noch warm; morgen zum Frühstück gibt’s also Muffins mit Milchkaffee.
Weiter habe ich heute ein halbes Spanischbuch ausgelesen… Es handelt sich zwar um einen Easy Reader mit dreissig Seiten, aber das ist egal, ein halbes Buch ist ein halbes Buch. Immer schön positiv denken.
Der Höhepunkt des Tages war wohl trotzdem Robins Brief. Meine Mutter hat ihm aus dem Briefkasten gezogen, als wir uns auf den Weg in ein Einkaufszentrum machen wollten, so blieb er erst einmal im Auto liegen, ich wollte ihn alleine lesen. Man weiss ja nie was in so einem Brief alles drin steht. Dann wieder zu Hause angekommen hab ich mich gleich im Zimmer verkrochen um ihn zu lesen. Es war sehr erfrischend, wieder mal einige dieser karierten Blätter mit der kleinen, kaum entzifferbaren Schrift, gschrieben mit blauen Kugelschreiber, in der Hand zu halten. Noch erfrischender jedoch war der Inhalt des Briefes. Es geht ihm gut. Das ist eigentlich die Essenz des Briefes. Und das ist es auch, was ich hören wollte, und das freut mich ungemein. Wirklich, es erstaunte mich zu spüren wie sehr ich mich darüber freute und immer noch freue, dass es Robin gut geht. Vielleicht ist es auch eine Art Erleichterung zu wissen dass er sich wieder gefangen hat und ich nicht irgendwie daran Schuld bin dass er jetzt depressiv ist oder wasweissich… Aber vielmehr spüre ich schon, dass es mich einfach nur freut, einen ehemals geliebten und jetzt immer noch geschätzten Menschen in einer guten Situation zu wissen. Er wird immer wichtig sein für mich.
Vielleicht gerade dadurch habe ich heute auch sehr viel an Ozzy gedacht. An unser gemeinsames Glück, so unfassbar es auf eine Art ist. Ich bin einfach nur glücklich mit ihm. Nicht dass er perfekt wäre und unsere Beziehung perfekt wäre, aber er ist toll und unsere Beziehung ist toll und unsere Liebe sehr stark; ich bin einfach nur glücklich.
Am Samstag, als wir von einem kleinen Konzert bei mir im Kaff nach Hause gingen, kamen wir irgendwie auf das Thema heiraten. Ich weiss ja, dass er so ein Anti-Heiraten-Typ ist… Ich kann mich auch gar nicht mehr richtig an den Zusammenhang erinnern, aber er sagte an diesem Abend zu mir “Dich würde ich heiraten.” Jetzt fällt mir gerade auf, dass man dieses “würde” noch hinterfragen kann, aber das ist Blödsinn, darum geht es nicht, es könnte auch ein “werde” sein, das ist hier gleichbedeutend…
Es ist so unglaublich lächerlich, mit sechzehn bzw neunzehn, vorallem wenn’s die erste Freundin ist, vom Heiraten oder solchen Dingen zu sprechen, und doch gehe ich automatisch davon aus, dass dieser Mann mich noch bis ins Alter begleiten wird… Ich plane schon automatisch meine Nachmaturzeit mit ihm als festen Bestandteil davon. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne ihn sein soll. Ich will es auch gar nicht. Aber trotzdem weiss ich natürlich, dass es Paare gibt, die drei Jahre zusammen sind und sich dann plötzlich trennen. Man hat sich so daran gewöhnt, dass die zusammen sind, dass man es gar nicht mehr anders kennt, und plötzlich haben sie sich getrennt. Ich will nicht, dass das so endet. Auch wenn ich weiss, dass es in einem halben Jahr vielleicht ganz anders aussehen wird, dass ich dann vielleicht in einer ganz anderen Situation bin wo ich andere Bedürfnisse und Wünsche habe und wo er dann nicht mehr reinpasst, oder dass das Gleiche bei ihm passiert. Mein Gott, ich will doch nur dass er bei mir bleibt…
Jetzt werd ich doch noch wehleidig, obwohl ich eigentlich einen durch und durch glücklichen Eintrag schreiben wollte. Es ist wohl besser, wenn ich es lasse. Und als nächstes muss ich über allgemeinen Weltschmerz schreiben, das liegt mir eher.